Zur Corporate Culture gehört das Verhalten vor, während und nach Telefonaten. Weil
Mimik und Gestik des Gegenüber fehlen, herrscht während eines zielgerichteten Telefonates immer etwas mehr Stress, als würde ein Gespräch Aug in Aug geführt werden. Eine Vorbereitung auf ein Telefonat erhöht dabei für beide Seiten die Effizienz beträchtlich und verbessert das Image. Die
Kenntnis der Einflussfaktoren während eines Telefonates und Kenntnis über die
Psyche des Gesprächspartners erleichtert die Gesprächsführung. Die Nachbereitung mit detallierter Dokumentation macht auch nach
einigen Wochen
oder für einen anderen Bearbeiter ein Telefonat noch reproduzierbar.
Ziele dieses Telefonleitfadens:
Die mit einem Dreieck versehenen Leitgedanken sind unmittelbar umsetzbar. Die anderen Gedanken sind eher zum Überdenken und zur Erinnerung aufgeführt.
Planung und Organisation
Anrufvorbereitung Ausgehende Anrufe (Outbound)
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Für ein Telefonat wird ein Begleitdokument auf Papier oder als Datei erstellt. Dabei sollen in der Vorbereitung das Datum, die Tel-Nr und der Ansprechpartner, der geplante Gesprächsinhalt, notwendige Daten und zu klärende Fragen eingetragen werden. Auch der Platz für die sich ergebenden Antworten und neue auftauchende Gesprächsinhalte ist vorzusehen. Die Zugriffsmöglichkeit auf die möglicherweise benötigten Unterlagen (Papier und/oder Dateien) sind vorzubereiten. |
- verhindert "Hinterhertelefonieren"
- ermöglicht dem Gesprächspartner sich vorzubereiten
- verhindert Störungen
- sichert Aufmerksamkeit, hebt Stellenwert
Eingehende Anrufe (Inbound)
Technik und Arbeitsplatz
Technische Hilfsmittel rund ums Telefon
Es geht hier nicht um Arbeitplätze für Telefonisten, Telefonmarketing, Telefon-Troubleshooting
- ungestörte Umgebung, Blickfeld: kein direkter Sichtkontakt zu Kollegen
- geeignete Sitzmöglichkeit
- ruhige Umgebung, extra Platz
- ein schnurloses Telefon beseitigt
das Gefühl des Angebundenseins. Funktelefone
sind bei wechselnden Aufenthaltsorten innerhalb von Unternehmen verwendbar, können
allerdings
Kollegen nerven
- Halten Sie Ziele in schriftlicher Form fest
- bereiten Sie schriftliche Unterlagen für Gespräch
vor
- Legen Sie Papier und Stifte (doppelte Ausführung) bereit
- Halten
Sie evtl. spezielle Notizblätter bereit. Diese strukturieren alle Informationen und
enthalten, auch wenn's lächerlich
klingt, zusätzlich Raum für Angaben zu persönlichen Vorlieben, Hobbys, Familie.
Der erste Eindruck beider Gesprächspartner übereinander prägt längere Zeit die gegenseitige Einschätzung. Daher birgt er Gefahr und Chance gleichermaßen. Aus rein akustischen Informationen, d.h. aus einer beschränkten Informationsmenge wird ein "vollständiges" Bild extrapoliert.
Einflussfaktoren für ersten Eindruck sind:
ich will es versuchen |
ich werde ... |
ich muss |
ich will |
ich kann nicht |
ich will nicht ... |
ich sollte |
ich könnte ... |
ehrlich gesagt |
(lügen Sie sonst ?) |
ich bin nicht sicher |
ich bin sicher, dass ich es nicht weiß, deshalb werde ich ... |
ich würde ungern eine falsche Auskunft geben |
ich will sicher sein, dass... |
ich wollte eigentlich sagen |
(ja was denn ?) |
wann wird das fertig sein? |
ich brauche das dann und dann, schaffen Sie das? |
dürfte ich um Ihren Namen bitten |
wie ist Ihre Name? |
dürfte ich Sie kurz unterbrechen |
(schon passiert ...) |
darf ich Ihnen eine Frage stellen |
(schon passiert ...) |
ich muss erst jemanden fragen |
(sind Sie niemand ???) |
Augenblick, ich hol mir mal 'nen Stift |
(müßte längst da sein!) |
wenn ich es schaffe, das herauszufinden ... |
sobald ich herausgefunden habe ... |
ich bin nur der/die |
ich bin der/die ..., ich verbinde Sie gerne mit... |
..., aber ... |
... und ... |
Erfolg haben, bedeutet Ziele zu erreichen. Arbeiten Sie deshalb immer auf Ziele hin, eventuell auch nur auf Minimalziel, behalten Sie aber langfristige Ziele immer im Auge
Fragesteller dirigiert Gespräch
Einteilung der Gesprächspartner in drei Grundtypen nach "Eingang"
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spricht schnell, nicht besonders gepflegt |
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bester Telefontyp, durch Stimme und Wortwahl leicht beeinflussbar |
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zögernd, langsam, liebt klare Strukturen, möchte anfassen ("ungutes Gefühl bei Vorschlag") |
Aber:
Einteilung der Gesprächspartner in drei Grundtypen nach "Ausgang"
Eigenschaften: hält Monologe, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, hört nicht zu unterbricht, hört sich gern
Ziel: stoppen ohne zu beleidigen, zum Thema zurückführen
Eigenschaften: lässt nur uns reden, keine Fragen, Kommentare, sparsame Antworten, teilweise unverständlich, lange Pausen
Ziel: Gesprächspartner aktivieren, Informationen und Feedback bekommen, Dialog starten
Eigenschaften: persönliche Angriffe, unsachlich und emotional, pauschaliert, laut, zynisch oder sarkastisch
Ziel: beruhigen, Aggression abbauen, sachliche Klärung herbeiführen
Unentschlossener Gesprächspartner
Eigenschaften: weicht aus, viele Fragen, keine Anworten, stellt Antwort besonders schwierig dar, Scheinzustimmung (im Prinzip ja)
Ziel: Sicherheit geben, Gesprächspartner festlegen, verbindliche Aus-/Zusagen erhalten
Ansatz 1:
Infofrage: "Wieviele, Was ... ?"
Aktivierungsfrage: "Was denken Sie, Ihre Kollegen ?"
Abschlussfrage:
"Haben Sie heute Zeit, oder passt es Ihnen besser am Donnerstag 15.00 Uhr?"
"Möchten Sie A oder B mit C"
Ansatz 2:
Infofrage: "Wieviele, Was ... ?"
Problemfrage: "Sind Sie denn zufrieden...."
Implikationsfrage: "Das bedeutet doch, dass..."
Nützlichkeitsfrage: ""Könnten Sie sch vorstellen, dass ... hilft
?"
Abschlussfrage: "Haben Sie heute Zeit, oder passt es Ihnen besser am Donnerstag
15.00 Uhr?
"Möchten Sie A oder B mit C"
Fehler beim Umgang mit Beschwerden
Beschwerdeführer fühlen sich im Recht und wollen nicht von ihrer Position
abrücken oder wollen es nicht merken müssen
Beschwerdeführer fühlen sich allein
gelassen gegenüber einer scheinbar
übermächtigen Institution
Streit läuft größtenteils auf Gefühlsebene
Lösung herbeiführen, klingt einfach. Häufig muss man erst einmal das tatsächliche Problem freilegen.
Häufig ist einfach nicht wichtig, wie der Abschluss bzw. das Ergebnis aussieht; wichtig ist, wie der Partner sich fühlt.
- Vorbild: urteilt, schreibt vor, z.B. können Sie das nicht, warum musste das schon wieder passieren
- Kind: will sich gut fühlen:
z.B. das habe ich nicht verdient, das war ich nicht, dafür kann ich nichts
- Erwachsener: an Lösung interessiert:
z.B. blendet persönliche Angriffe aus
Kind-Verhalten provoziert Vorbild-Verhalten und umgekehrt.
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Während des Telefonates werden die Antworten gleich mitgeschrieben, eine Zusammenfassung der Gesprächsergebnisse am Ende des Telefonates ist anzustreben, wenn mehrer Punkte besprochen wurden oder verschiedene Aufgaben verteilt wurden. |
Nachbereitung eines Telefonates
Zusätzlich zur Vorbereitung verbessert auch die sorgfältige Nachbereitung des Gespräches die Effizienz intern, erhöht extern das Image und ruft beim Gesprächspartner das Anliegen, den Inhalt und die Firma in Erinnerung zurück.
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Direkt nach dem Gespräch werden die noch nicht aufgeschriebenen Gesprächsergebnisse soweit ergänzt und geordnet, dass sie auch von einem anderen Mitarbeiter noch verstanden werden können. Beispielsweise werden übermittelte Telefonnummern mit dem Namen, dem Aufgabenbereich und dem Thema, mit dem diese Person noch konfrontiert werden soll, festgehalten. Unserer Erfahrung nach gibt es kaum etwas Frustrierendes als die Suche nach der Quelle und dem Grund einer flüchtig aufgeschriebenen Telefonnummer ohne weitere Indizien über den Zusammenhang. Ggf. erhält der Gesprächspartner eine Zusammenfassung als Brief oder E-Mail. |
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